Wildbienen im Insektenhotel


Als Wildbienen, die zur Familie der Hautflügler gehören, werden alle wild lebenden Bienen (Apoidea) bezeichnet, ausgenommen der Honigbiene. Dazu gehören wenige kollektiv lebende, also staatenbildende Bienen, weiterhin sogenannte Kuckucksbienen, die ihre Brut in fremde Nester legen und dort aufziehen lassen. Doch die größte Gruppe der Wildbienen bilden die Solitärbienen.



biene_blume_by_Luise_pixelioSie bilden keine Staaten, sind also einzeln unterwegs und benutzen kleine Ritzen und Löcher als Nistplätze. Wenn Sie also Solitärbienen in Ihrem Insektenhotel ansiedeln möchten, bauen Sie Mauersteine und Holz mit Bohrlöchern ein. Verschiedene Wildbienen benötigen dabei unterschiedliche Lochgrößen (3-10mm) und verschiedene Materialien. Denn die rund 500 in Deutschand lebenden Arten leben in unterschiedlichen Lebensräumen, die allerdings durch Flurbereinigung, Straßenbau und landwirtschaftliche Bodennutzung immer weiter zurückgehen. Aber Bienen werden als Bestäuber gebraucht. Viele Arten der Wildbienen haben sich dabei auf eine Nahrungspflanze spezialisiert. Stirbt eine Wildbienenpopulation an einem Ort aus, kann es sein, dass dadurch auch ihre Nahrungspflanze verschwindet. Dies wiederum kann weitreichende ökologische Folgen nach sich ziehen. Darum helfen Sie mit einem Insektenhotel, in dem auch Wildbienen nisten, das Aussterben der einzelnen Wildbienenarten zu verhindern. Es ist kein Problem, wenn Sie mehrere Arten bei sich ansiedeln, da sich die Wildbienen nicht gegenseitig beeinträchtigen. Sie haben unterschiedliche Flugzeiten im Jahresverlauf und benutzen unterschiedliche Blüten. Nisthilfen für Wildbienen bedeuten dabei nicht, dass Sie nun mit der Imkerei anfangen müssen.

Ihr Nutzen durch Wildbienen im Insektenhotel

Als Bestäuber sind die Wildbienen unersätzlich und werden auch im Obstbau eingesetzt. Die unterschiedlichen Arten haben auch unterschiedliche jahreszeitliche Flugzeiten. So können schon ab März, auch bei kälteren Temperaturen (ca 10 Grad), Pflanzen bestäubt werden. Dies hat den Vorteil, dass die Blüten bereits Früchte ausbilden, wenn eventuelle Minusgrade die Blüten erfrieren lassen würden, wodurch es oft zu einem großen Ernteverlust kommt. Auch im eigenen Garten sind Wildbienen wichtige Bestäuber.

Angst vor Bienenstichen müssen Sie nicht haben. Bienen sind in aller Regel friedfertige Wesen. Staatenbildenden Bienen, wie z. B. die Honigbiene, verteidigen lediglich ihre Nester. Ansonsten sind sie, wie auch die Solitärbienen, die ihre Brut gar nicht verteidigen, nicht gefährlich. Nur wenn eine Biene – aus Unachtsamkeit – zwischen den Fingern gequetscht wird oder man darauf tritt, kann man gestochen werden. Doch die meisten Solitärbienen sind zu klein, als dass ihr Stachel unsere Haut durchdringen könnte.

Erklärung:
Population: Darunter versteht man viele Individuen, die sich untereinander fortpflanzen und zur gleichen Zeit an einem gemeinsamen Ort leben.

Bildinformationen: Bild1 Luise / Pixelio.de