Die Wollbiene


Die Wollbienen, mit einer Größe von etwa elf bis 18 mm, bilden mit den Harzbienen zusammen eine eigene Gattung (Anthidium) innerhalb der Bienen. Sie wurden nach dem Material für ihre Brutzellen benannt. Harzbienen verkleiden diese mit Harz, Wollbienen mit Pflanzenfasern. Die Große Wollbiene ist davon die bekannteste, der in Europa ca. 30 vorkommenden Arten. Wollbienen sind, wie die meisten Bienenarten in Europa, Solitärbienen, d. h. sie sind Einzelgänger und es gibt keine Aufgabenteilung, wie es von der Honigbiene her bekannt ist.



Die weibliche Wollbiene ist also ein Allroundtalent. Sie sucht einen geeigneten Nistplatz, baut darin mehrere Brutzellen und legt in jede Zelle ein Ei. Nachdem sie genügend Vorräte gesammelt hat, verschließt sie die Brutzellen. Nachdem die Larve geschlüpft ist, ernährt sie sich von den Nektar- und Pollenvorräten in der Brutzelle. Nach mehrmaligem Häuten verpuppt sich die Larve dann in einem Kokon. Im nächsten Frühjahr schlüpfen daraus dann vollentwickelte Bienen, die sich wiederum alleine aufmachen und der Kreislauf beginnt von vorne.

Große Wollbiene

Große Wollbiene

Um aber Brutzellen bauen zu können, benötigen die Wollbienen geeignete Hohlräume, die immer mehr durch den Menschen verschwinden. In einem Insektenhotel aber sind solche Nischen vorhanden. Zum Schlafen benötigen Wollbienen bei gutem Wetter übrigens keinen Unterschlupf, sie übernachten im Freien. Dabei beißen sie sich mit ihren Mandibeln in Pflanzenteilen fest und lassen sich hängen. Sollten sie gestört werden, lassen sie sich einfach fallen und können noch im Sturz ihre Flügel ausbreiten und davon fliegen.

Nutzen versus Angst

Wollbienen sehen Wespen ähnlich und rufen daher meist Angst bei den Menschen hervor. Sie können die Wollbiene aber leicht unterscheiden, da ihre gelbe oder weiße Färbung nicht durchgängig ist, sondern in der Mitte des Körpers ein schwarzer Streifen verläuft. Die Männchen besitzen zudem am Hinterleib einen Fortsatz, der meist aus fünf Dornen besteht. Damit wehren sie aber nur Nahrungs- und Paarungskonkurrenten ab.

Angst muss man vor den Wollbienen nicht haben. Sie stechen nur, wenn sie ausversehen gequetscht werden. Ansonsten greifen sie von sich aus nicht an. Im Gegenteil, Bienen sind eigentlich sehr friedfertige Tiere. Außerdem sind sie gut für die Bestäubung im Garten. Vor allem sommerblühende Kräuter werden von Wollbienen bevorzugt angeflogen. Ihre Saison beginnt etwa im Juni und dauert bis Ende September/ Anfang Oktober.

Erklärung:
Mandibeln: Oberkiefer der Mundwerkzeuge

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Bildnachweis: Große Wollbiene von M. Großmann  / pixelio.de